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Apotheken: Wo sind die Männer?

Apotheken: Wo sind die Männer?

10. November 2022 - Wie in allen Branchen des Gesundheitssystems besteht auch in der Offizin zurzeit ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitenden. Ob Apothekerin oder Apotheker, ob Pharma-Assistentin oder -Assistent: Es droht Knappheit. Sie macht sich bereits bemerkbar, wenn man unter dem Nachwuchs nach Männern sucht. Wie kann man junge Männer motivieren, sich Berufen zuzuwenden, in welchen sie traditionellerweise abwesend sind?

Zahlreiche Apotheken, wenige Apotheker, ein langes Studium, und die Plätze hinter der Verkaufstheke sind überwiegend von Frauen besetzt: Vereinfacht dargestellt, ist dies die heutige Realität der Offizinapotheken. Die Frage nach der Nachfolge liegt auf der Hand.

 

Roter Teppich für weisse Kittel

Um auf diesen Mangel zu reagieren, hat Ofac vor sechs Jahren die Ofac Pharmacy Awards ins Leben gerufen. Die Preisverleihung hat zum Ziel, Pharmaziestudierende in Zürich, Basel, Bern und Genf für innovative Lösungen einer praktischen Problemstellung auszuzeichnen. Den Kandidatinnen und Kandidaten auf dem Podium wird neben dem Preisgeld jeweils ein bezahltes Praktikum angeboten, um ihnen zu ermöglichen, das von ihnen konzipierte Instrument von morgen umzusetzen.

Michelle Amstutz aus Grächen (VS) hat für ihre Masterarbeit über die Polymedikation bei älteren Menschen den ersten Preis erhalten.

Um bei den Apothekerinnen und Apothekern von morgen Interesse zu wecken, scheint der Angelpunkt der Innovation vielversprechend. Blickt man in die weitere Zukunft, ist zudem die Sensibilisierung eines bestimmten «Kandidatenvorrats» besonders interessant: die Männer.


Geschlechtsbezogene Vorurteile abbauen

Knapp acht von hundert: Dies ist der Anteil Männer unter denjenigen, die sich 2021 in der Schweiz für eine Berufslaufbahn als Pharma-Assistent/in entschieden haben.
Um den Mangel an qualifiziertem Personal wettzumachen, besteht eine Möglichkeit darin, die Jugendlichen zum Zeitpunkt ihrer beruflichen Orientierung vermehrt auf diese Berufe aufmerksam zu machen, und daneben die Stereotype abzubauen, die mit den Pflegeberufen verbunden sind. Die Klischees der Apothekerin, der Krankenschwester und des Arztes haben sich nämlich in den Köpfen festgesetzt. Es handelt sich um eine veraltete und verzerrte Sichtweise einer Branche, die sich schon lange weiterentwickelt hat.

Mit dem Ziel, diese Vorurteile abzubauen, wird pharmaSuisse am 10. November 2022 am Genfer Zukunftstag «Futurs en tous genres» teilnehmen. Dieser Tag soll die Schülerinnen und Schüler ermutigen, bei der Berufswahl ihren Interessen Rechnung zu tragen und zudem die Stereotype der Geschlechterrollen zu hinterfragen. Seit mehreren Jahren zeigen die Apotheken den Jungen von der 7. bis zur 10. Harmos-Klasse (je nach Kanton) die Wirklichkeiten der Berufe im Gesundheitswesen, welche hauptsächlich von Frauen ausgeübt werden. Der thematische Workshop über den Beruf des Pharma-Assistenten ist immer ein Erfolg. Dieses Jahr organisiert der Dachverband zum ersten Mal auch einen Workshop über den Apothekerberuf. Die Welt der Offizin befindet sich im Wandel – durch Innovation, den Abbau von Stereotypen, aber auch durch die Digitalisierung. Es ist durchaus möglich, dass das Berufsfeld der Apotheke durch diese Veränderungen in den Augen der jungen Menschen an Attraktivität gewinnt.

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